Story der Woche Gold: Spiel und Spielregeln ändern sich

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

stellen Sie sich für einen Moment vor, beim Fußball würde die Abseitsregel abgeschafft oder es würde in Zukunft wie beim Eishockey möglich sein, auch hinter dem Tor weiterzuspielen. Unabhängig von der Frage, ob man diese Regeländerungen als gut oder schlecht empfinden würde, dürfte dennoch außer Frage stehen, dass das Spiel in Zukunft ein ganz anders sein würde.

Eine vergleichbare Situation ist derzeit beim Gold gegeben. Auch hier haben sich die Regeln des Spiels in den letzten Jahren geändert. Noch hat die große Masse der Akteure am Markt diese Spielveränderung nicht bemerkt und doch wirkt sie bereits. Den Beweis für diese These liefern die letzten 24 Monate. Sie waren geprägt von steigenden Zinsen auf der einen und von einem ebenfalls steigenden Goldpreis auf der anderen Seite. Eine solche Konstellation hätte es nach den „alten Spielregeln“ niemals geben dürfen.

Die Bindung des Goldes an den Realzins ist somit nicht mehr entscheidend, obwohl sie am Freitag noch einmal in der klassischen Weise wirkte. Die bisherige Theorie ging davon aus, dass der Goldpreis auf Veränderungen des Realzinses reagiert. Wird dieser niedriger, so wird das Gold, das bekanntlich keine Zinserträge bringt, gegenüber anderen Kapitalanlagen attraktiver. Steigt der Realzins jedoch, so war dies in der Vergangenheit regelmäßig mit einem fallenden Goldpreis verbunden.

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Unvorstellbar war jedoch, was das Team des Hypergrowth-Aktien Börsendienstes ab der zweiten Hälfte des Jahres 2022 beobachten konnten. Die hohe Inflation, die sich im Anschluss an die Geldflut der Coronazeit aufgebaut hatte, bildete sich langsam zurück, während die Notenbanken damit begannen, die Zinsen anzuheben. Sie taten dies zudem in einem atemberaubenden Tempo. Der Realzins als Differenz zwischen dem nominalen Zinssatz und der Inflationsrate stieg somit in kurzer Zeit extrem stark an. Normalerweise hätte eine solche Konstellation für das Gold das reinste Gift darstellen müssen.

Zu erwarten gewesen wäre also ein fallender Goldpreis. Das gelbe Metall reagierte allerdings nicht entsprechend der gängigen Kapitalmarkttheorie. Es begnügte sich nicht einmal damit, sein Kursniveau zu halten, sondern bildete einen Boden aus und attackierte von diesem aus wichtige Widerstände. Den Grund für diese grundlegende Änderung des Spiels stellen die Goldkäufe der Notenbanken dar. Sie kehren sich immer mehr vom US-Dollar ab und diversifizieren stattdessen ihre Reserven durch den Kauf von mehr Gold.

Dass die chinesische Zentralbank im letzten Monat kein weiteres Gold gekauft hat, verschnupfte den Markt in der Vorwoche. Eine Schwalbe macht allerdings noch keinen Sommer. Deshalb ist durchaus damit zu rechnen, dass die Notenbanken auch weiterhin Gold kaufen werden.

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